„Warum gerade Aromatherapie?“ oder „Melisse bei Herpes – echt jetzt?“

In diversen Gesprächen werde ich immer wieder gefragt, wie ich eigentlich zur Aromatherapie gekommen bin. Daher möchte ich nun diesen Blog nutzen, um euch dies zu erzählen. Denn interessanterweise hat dies nichts mit meiner Ausbildung zur Biologin oder medizinischen Wissenschaftlerin zu tun, wie vielleicht viele vermuten könnten. Im Gegenteil: die Botanik hat mich im Studium nicht unbedingt begeistert. Es war eher ein: na gut, mach ich das halt mit, wenn’s sein muss. Ich kann nicht einmal sagen, ob wir damals über ätherische Öle gelernt haben, so wenig ist es mir in Erinnerung geblieben…

Und selbst für mich – die es ja eigentlich besser wissen sollte – waren so Dinge wie Aromatherapie oder das Arbeiten mit Pflanzen-Essenzen eher in der esoterischen Ecke angesiedelt. Also mit viel dran glauben und 3 mal auf Holz klopfen, dann wirkt es vielleicht.

Da Naturwissenschaftler naturgemäß ein Problem mit Esoterik haben, da wir gerne alles bewiesen haben möchten und wenn möglich sollte es auch eine schöne Studie dazu geben, am liebsten randomisiert kontrolliert, doppel-verblindet, prospektiv und mit einer möglichst großen Stichprobe, war die Aromatherapie für mich nicht von Relevanz. Natürlich hatte ich aber schon eine Duftlampe daheim, in die ich brav regelmäßig die halbe Flasche Öl geleert habe. Winterduft mit Apfel, Zimt und Nelken – und jeder, der meinen letzten Blog gelesen hat, weiß nun, dass dies mit Sicherheit kein natürlicher Duft, sondern künstlich hergestelltes Öl war.

Aber zurück zu meiner Geschichte. Wie kam ich – über Umwege – zur Aromatherapie? Seit meinem 18. Lebensjahr leide ich unter chronischen Herpesausbrüchen. Nun könnte man sagen, das ist ja nicht soo tragisch, in meinem Fall geht es leider über die üblichen Fieberbläschen hinaus. Wenn ich einen Ausbruch habe, bekomme ich nicht eines, sondern sehr viele Bläschen. Und diese Ausbrüche kommen nicht 1x im Jahr sondern zeitweise hatte ich 10 Ausbrüche pro Jahr, was bedeutet, dass ich nicht ganz die Hälfte des Jahres darunter gelitten habe, da ein Ausbruch etwa 2 Wochen dauert, bis er ganz abgeklungen ist.

Da es eben nicht nur ein Bläschen ist, musste ich zeitweise in Krankenstand gehen, da mein Körper mit der Entzündung nicht zurecht kam und ich krank wurde. Was dies psychischbedeutet muss ich vermutlich nicht unbedingt ausführen, aber es war und ist auch heute noch eine große Belastung, wenn ich ein Kribbeln spüre. Auch deshalb, da ich es auf keine bestimmte Ursache zurückführen konnte. Soviel zur Vorgeschichte.

Um dies zu bekämpfen, habe ich wirklich alles an Möglichkeiten durch. Aus schulmedizinischer Sicht wurden mir zunächst antivirale Cremes verschrieben, die in keiner Weise halfen, dann wurden diverse Tabletten durchprobiert, wobei es a) bei Herpes generell nicht viele Möglichkeiten gibt und b) zwar eine Variante half, ich sie aber durchgehend nehmen musste, teilweise 3 Tabletten täglich und das über 3 Jahre hinweg. Danach halfen auch die nicht mehr, da die Viren offenbar eine Resistenz entwickelt haben. Letzteres war in diesen drei Jahren immer meine große Angst. Was mache ich, wenn sie irgendwann nicht mehr helfen? Was bleibt mir dann noch?

Daher habe ich in der Zwischenzeit auch nach anderen Möglichkeiten – abseits der Schulmedizin gesucht und dabei habe ich wirklich nichts ausgelassen: natürlich war ich beim Homöopathen, beim Kinesiologen, beim Biofeedback, habe Schüssler Salze, Bachblüten und energetisiertes Kristallwasser zu mir genommen. Ich habe diverse Lebensmittel weggelassen und mich nur noch Bio ernährt. Ich war bei der Energetikerin, habe Rückführungen in meine früheren Leben gemacht, habe mit meinen Ahnen Kontakt aufgenommen und mit meinem Krafttier geplaudert. Ich habe mit Erzengelsprays, Auro-Soma Fläschchen und Bergkristallen gearbeitet. Meditationen, Cranio-Sacral, Atemtrainings und natürlich Akkupunktur gehörten auch zu meinen (Fehl-)Versuchen.

In all diese Methoden habe ich jedes Mal aufs Neue meine ganze Hoffnung gesetzt. Aber davon abgesehen, dass sie alle nicht gewirkt haben, haben sie mich auch eine Stange Geld gekostet, weshalb ich diese Möglichkeiten heute sehr kritisch sehe – von fehlender Evidenz (also Studienlage) ganz zu schweigen. Zumindest kann keiner behaupten, dass ich keine Ahnung von diesen Methoden hätte, denn ich kenne sie inzwischen (fast) alle. Ich stelle diesen Methoden nicht in Abrede, dass sie nicht wirken, aber in meinem Fall war es nun leider nicht der Fall und meiner Meinung sollte das Kriterium „dann hast du nicht genügend daran geglaubt“ keine Rolle spielen, wenngleich ich dem Placebo-Effekteinen absolut wichtigen Stellenwert zuschreibe!

Vor etwa 6 Jahren dann kam ich mit meiner (übrigens ausgezeichneten) Masseurin ins Gespräch und erzählte ihr von meinem Leid. Sie hatte damals schon immer irgendein ätherisches Öl mit ins Massageöl gegeben und kannte sich ganz gut damit aus. Als ich fertig erzählt hatte, meinte sie, dass es da eine Apotheke in Wien gäbe, die sich mit ätherischen Ölen arbeiten würde und gemeinsam mit einer Ärztin Rezepte zusammengestellt hätte – speziell auch zu diesem Thema. Ich solle doch einmal hinschauen. Klang für mich alles ein wenig dubios und wenig zuverlässig.

Nun war das zu einer Zeit, wo ich mit meinen Hoffnungen nahezu am Ende war. Dieses Denken, dass es vielleicht doch noch etwas gibt, was mir helfen könnte, hatte ich eigentlich schon aufgegeben. Aber aus Gewohnheit bin ich dann zur Apotheke gefahren und habe mir das besorgt, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich zu dem Zeitpunkt wieder einmal einen Ausbruch hatte und es mir psychisch gar nicht gut ging. Ich dachte mir also: gut, probierst du das halt auch noch…

In der Apotheke wurde gesagt, dass ich das als Kur zunächst 3 Wochen lang durchgehend anwenden solle und danach dann immer sofort dann, wenn ich das Gefühl hätte, dass ein Ausbruch im Anmarsch ist. Ich habe mir nicht einmal angeschaut, was da drin war und hatte auch keine Hoffnung, dass mir dies in irgendeiner Weise helfen könnte. Wie gesagt, mit Aromatherapie hatte ich damals nichts am Hut, aber nachdem sich die Kosten ausnahmsweise in Grenzen hielten, war es einen Versuch wert.

Also habe ich mit der Kur begonnen, was am 2. Tag meines Ausbruchs war. Und nun kommt das für mich so Unglaubliche. Am 4. Tag des Ausbruchs waren die Bläschen bereits abgetrocknet, am 6. Tag waren sie weg. Was normalerweise 14 Tage Schmerzen bedeutet hätte, war nach nicht einmal 1 Woche vorbei. Was aber noch unglaublicher war, war die Tatsache, dass mein nächster Ausbruch erst nach Monaten kam – wie gesagt, früher hatte ich 10 Ausbrüche pro Jahr. Schon darauf vorbereitet hatte ich das Mittel daheim und verwendete es beim 1. Kribbeln, was in der Vergangenheit ein untrügliches Anzeichen für den nächsten Schub war. Nachdem ich es diesmal sofort angewendet habe, war nach 2 Tagen das Kribbeln weg und außer einer leichten Rötung war nichts zu sehen oder zu spüren.

Natürlich wollte ich dann wissen, was in dem Mittel drinnen war und habe erstmals nachgelesen: unter anderem war es ätherisches Melissenöl. Natürlich war mir mein „Eigen-Versuch“ und dessen Wirksamkeit nicht genug an Beweis. Nach kurzer Recherche sah ich aber, dass die Melisse DAS Mittel der Wahl bei Herpes-Viren (Lippen-, Genitalherpes und Gürtelrose) ist. Es gibt kein Öl, welches besser wirkt und dies konnte auch in zahlreichen Studien bewiesen werden. Da war ich dann kurzzeitig sprachlos. Nachdem ich es nun seit 6 Jahren in Erprobung habe, kann ich sagen, dass es wirklich wirkt. Bei den 1. Anzeichen verwende ich es mehrmals täglich pur und der Ausbruch bleibt aus.

Nach dieser Erkenntnis habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, was ätherische Öle so „können“. Dass ich rund um die Aromatherapie unglaublich viel tut, war mir überhaupt nicht bewusst. Ich weiß noch, dass bald einmal mein Wunsch aufkam, mich in dem Gebiet weiterzubilden, war aber der Meinung, dass dies nach wie vor von Esoterikern „betrieben“ wird und daher nichts für mich ist. Erst nach und nach wurde mir bewusst, dass es nicht nur umfassende Fachliteratur, sondern auch Ausbildungsstätten in Österreich gibt, die fundiertes Wissen lehren.

Dennoch blieb es zunächst noch mehr ein Wunsch, da ich mir auch schwer vorstellen konnte, dass dies mehr als ein Hobby bedeuten könnte. Erst als sich privat einige Veränderungen ergaben, habe ich die Chance genutzt und mich für einen Grundkurs angemeldet. Nach diesen 3 Tagen war mir klar, dass dies mein Weg sein wird. Ich war überrascht, fasziniert und begeistert, was ätherische Öle, fette Öle und Hydrolate in einem Menschen bewirken können. Zwei Wochen später hatte ich mich für die umfassende Ausbildung angemeldet und ich kann sagen, dass die Begeisterung und die Faszination seit dem nicht abgenommen haben, im Gegenteil, nun sehe ich bei anderen Menschen in meiner Umgebung, was passiert, wenn man mit diesen Ölen arbeitet.

Ich habe deshalb der Schulmedizin aber absolut nicht den Rücken zugekehrt. Ich bin überzeugt, dass unsere stetig wachsende Lebenserwartung – und dies oft auch bei guter Gesundheit – zu einem guten Teil der Schulmedizin zuzuschreiben sind. Gerade im Bereich der Onkologie – wo ich sicher auch den meisten Einblick habe –  sind die Errungenschaften unglaublich! Ich sehe die Arbeit mit ätherischen Ölen als vielmehr ergänzend und unterstützend. Oft kann man damit Bereiche abdecken, die von der Schulmedizin heute noch wenig beachtet werden, deren Bedeutung aber absolut essentiell ist. Wenngleich die Wirkung von ätherischen Ölen bei Bakterien, Viren oder anderen Erregern am besten gezeigt werden kann, so haben sie meiner Meinung nach auch eine sehr große Bedeutung im psychischen Bereich. Dazu folgt mit sicherlich bald einmal ein eigener Blog!

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig von der Begeisterung transportieren, welche ich bei diesem Thema verspüre.

2 Antworten auf „„Warum gerade Aromatherapie?“ oder „Melisse bei Herpes – echt jetzt?““

  1. Ka Rinki schrieb vor 7 Monaten:

    Guten Tag!
    Vielen Dank für den sehr schönen Artikel. Ich benutze schon sehr lange ätherische Öle für mich und meine Familie. Als Mutter, die nicht einfach so ein Paar Tage verschwinden kann, habe ich noch nie die Möglichkeit zu Seminaren zu fahren. Meine Kenntnisse habe ich mit den Büchern von Eliane Zimmermann und Monika Werner (mit Ruth von Braunschweig) sowie mit den Büchern von Pierre Franchomme (als Französin war das für mich ein Muss). Eine Frage stelle ich mich, die Sie vielleicht beantworten können: für die Behandlung der Borreliose wird die Pflanze cistus incanus empfohlen. Diese gibt es leider nicht zu kaufen, sondern ihre Verwandte cistus ladaniferus. Diese enthält bedauerlicherweise kein Carvacrol, das erwiesen in vitro die Borrelien zerstört. Carvacrol ist auch in Thymian und vor allem Oregano (origanum vulgare). Meinen Sie, es könnte Menschen helfen, die an der Borreliose leiden, wenn sie eine Kombination aus origanum vulgare und cistus ladaniferus verwenden?
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Sigrid Allerstorfer schrieb vor 7 Monaten:

      Liebe Ka Rinki!
      Zunächst einmal vielen Dank für die lieben Worte! Es freut mich immer wieder, wenn die Aromatherapie im Alltag verwendet wird 🙂
      Stimmt, Oregano und Thymian ct. thymol haben einen sehr hohen Carvacrol Gehalt. Laut dem Buch von Tisserand (Essential Oil Safety) haben auch noch folgende Öle einen hohen Gehalt: wilder Majoran (Ct. carvacrol), Bohnenkraut (ist auch phototoxisch durch die Furocumarine).
      Laut dem Buch von Wabner und jenem von Zimmermann sind diese Öle alle mit Vorsicht zu genießen: also generell nur verdünnt und bei gesunden Erwachsenen, die keine Blug-Gerinnungsstörung aufweisen.
      Cistus ladaniferus könnte man beifügen, hat aber eben kein Carvacrol.
      Falls Sie noch weitere Fragen haben, melden Sie sich einfach (gerne auch per Mail :)) Liebe Grüße!

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