„Aromatherapie bei HPV Infektionen (Gebärmutterhalskrebs, Feigwarzen)“ oder „Ein bisschen mein Herzensthema…“

Inzwischen beschäftigt mich das Thema HPV und Gebärmutterhalskrebs seit über 6 Jahren. Einerseits aus beruflicher Sicht, andererseits weil es mich privat schon einmal betroffen hat. Und so wurde es ein bisschen zu meinem Herzensthema. Und aus gegebenem Anlass möchte ich endlich auch hier darüber schreiben. Denn es gibt kaum eine Krebsart und deren Vorstufen, die derartig gut behandelbar wäre und an der – obwohl sie äußerst bösartig ist – heute keine Frau mehr sterbe müsste. Und dennoch sterben jährlich etwa 150 Frauen in Österreich genau daran. 1 Das tragische ist, dass dies in den meisten Fällen junge Frauen sind, oftmals mit kleinen Kindern daheim. Frauen, die noch ein ganzes Leben voller Wünsche und Pläne vor sich hätten.

Bevor ich auf die Aromatherapie komme, ein bisschen Hintergrundwissen – denn so wird klar, warum welche Öle Sinn machen könnten. Gebärmutterhalskrebs wird zu in nahezu allen Fällen (99,9%) durch ein Virus verursacht: das humane Papillomavirus (HPV).2

Es gibt meines Wissens nach keine andere Krebsart, bei der man so eindeutig weiß, woher sie kommt / kommen kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ohne eine Infektion mit HPV kein Gebärmutterhalskrebs entstehen kann. Ich möchte jetzt gar nicht näher auf die Vorsorgeuntersuchung eingehen, aber so viel möchte ich doch sagen: heutzutage kann der Gynäkologe / das Labor eine Infektion mit diesen Viren nachweisen.

Aber gleich das Wichtigste in diesem Zusammenhang: Selbst wenn hier HPV nachgewiesen wird, bedeutet das noch nicht, dass man Gebärmutterhalskrebs oder seine Vorstufen hat!! Es zeigt nur ein Risiko auf, das man näher betrachten sollte. In den meisten Fällen (90%) verschwindet diese Infektion nämlich auch wieder, weil das körpereigene Immunsystem dagegen ankämpft.

Verschwindet sie nicht, dauert es einige Jahre (je nach HPV Typ unterschiedlich lange), bis sich zunächst Krebsvorstufen und letztlich tatsächlich Krebs entwickelt. Das tolle ist, dass diese Krebsvorstufen fantastisch behandelbar sind. Wird nämlich das betroffene Areal in einem kleinen Eingriff herausgenommen, gilt man als geheilt (sofern der Arzt alles erwischt, was man ebenfalls wieder sehr gut kontrollieren kann).

All das ist einzigartig: 1. Weiß man, wodurch diese Krebsart verursacht wird. 2. Hat man einen langen Zeitraum, in dem man die geeigneten Maßnahmen treffen kann (sofern es sich um Vorstufen handelt). 3. Sind diese Vorstufen so gut behandelbar, dass die Frau danach als geheilt gilt. Von der Impfung gegen HPV ganz zu schweigen, denn diese gilt tatsächlich als Meilenstein in der Medizin, wohlwissend, dass diese in hierzulande (völlig unberechtigt) als sehr skeptisch angesehen wird. All diese Faktoren würden eigentlich dafür sorgen, dass keine Frau oder deren Töchter an Gebärmutterhalskrebs erkranken oder sterben müssten. Von der psychische Belastung, die eine Frau in dieser Zeit erlebt, ganz zu schweigen.

So, nun wissen wir also bereits einiges über diese Erkrankung. Wo kommt nun die Aromatherapie ins Spiel??

Wenn ich davon rede, dass man ätherische Öle bei Krebsgeschehen einsetzen kann – und ich möchte noch ganz oft davon reden – dann immer nur zur Unterstützung der Schulmedizin. Um beispielsweise Nebenwirkungen von Therapien zu mindern, um die Psyche oder das Immunsystem zu stärken in dieser sehr schweren Zeit. Aber niemalswürde ich empfehlen, sich bei einer so schweren Krankheit wie Krebs auf eine Alternativmedizin zu verlassen.

Was wissen wir also bislang: es braucht eine Infektion mit Viren (HPV), damit Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs entstehen können. Wir können also bei einer nachgewiesenen HPV Infektion wunderbar mit antiviralen Ölen arbeiten, um den Körper ein wenig zu unterstützen, diese Infektion zu bekämpfen. Zu den antiviralen und bei HPV empfohlenen Ölen zählen z.B. Niaouli, Ravintsara, Teebaum oder Thymian ct. thymol.3 Zur empfohlenen Behandlung durch Aromatherapeuten komme ich später noch.

Aber eine Infektion mit HPV ist zwar die Voraussetzung der Entstehung, aber nicht die alleinige Ursache. Daher brauchen wir noch einen Ansatzpunkt für unsere Öle. Betrachten wir also einen weiteren Aspekt dieser Erkrankung: warum treffen diese Krebsvorstufen meistens Frauen zwischen 25 und 35 Jahren, kommen doch andere Krebserkrankungen doch eher in späteren Lebensjahren vor? Dazu muss man wissen, dass eine Infektion mit diesen Viren über Sexualkontakt übertragen wird und diese üblicherweise im Alter von 17-25 Jahre stattfindet, da wir Frauen in dieser Zeit doch noch häufiger den Partner tauschen bis wir endlich DEN Richtigen finden. Leider können diese Viren dann über Jahre in den Zellen des Gebärmutterhalses „schlummern“, in dieser Zeit sind sie durch keinen der üblichen Tests nachweisbar. Möchten sie sich doch einmal vermehren, steht sofort unser Immunsystem parat und kämpft sie wieder zurück. Genau wird man also nie sagen können, bei welchem Partner man sich infiziert hat. Zumal sich 80% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens ein mal mit diesem Virus infiziert. Daher ist eine Schuldzuweisung an einen bestimmten Partner nicht möglich oder sinnvoll und auch die Angst, dass dies ein Indiz für einen Seitensprung des aktuelle Partner sein könnte, ist unbegründet.

Warum aber erhalten so viele Frauen im Alter ab 25 Jahren den Anruf ihres Gynäkologen, dass der Pap Abstrich nicht in Ordnung ist? Die Erklärung ist relativ einfach: Ab etwa 25 bis 30 Jahren beginnt unser Immunsystem schwächer zu werden. Kommt dann vielleicht noch eine Grippe oder eine Bronchitis dazu ist es noch zusätzlich geschwächt und diesen Zeitpunkt „nutzen“ die HP-Viren und beginnen sich zu vermehren. Auch das heißt noch nicht viel, da in den meisten Fällen das Immunsystem noch immer stark genug ist, um sie zu bekämpfen. In dieser Zeit wird der Gynäkologe diese Vermehrung erkennen und engmaschiger kontrollieren. Irgendwann ist auch der Pap-Test wieder in Ordnung.

In ganz wenigen Fällen aber schafft es der Körper nicht, die Infektion selbst zu bekämpfen und die Zellen im Gebärmutterhals verändern sich weiter – es entstehen zunächst Krebsvorstufen und wie es der Name schon sagt, handelt es sich hierbei noch nicht umKrebs!!!

Hier haben wir also den 2. Ansatzpunkt für die Aromatherapie: unser Immunsystem. Ätherische Öle, die hier unterstützen und eine nachweisliche immun-modulatorische Wirkung aufweisen sind: Sandelholz, römische Kamille, Weihrauch, Manuka, Bergamotte, Lavendel, Rose.4 Aber nicht nur ätherische Öle können hier zum Einsatz kommen. Auch fette Öle sind hier sehr hilfreich und allen voran natürlich eines: das Schwarzkümmelöl. Dieses Öl wirkt wunderbar ausgleichend auf unser Immunsystem, was bedeutet, dass es sowohl bei schwachen (krankheitsanfällig) als auch bei überschießenden Reaktionen (Bsp. Allergien) helfen kann.5

Damit haben wir zwei wunderbare Angriffspunkte, wie wir den Körper bei dieser Infektion unterstützen können. Wie gesagt, möchte ich es aber nicht so verstanden sehen, dass man sich auf diese Art der Unterstützung verlassen sollte. Daher möchte ich ein Fallbeispielbringen und aufzeigen, was man machen könnte.

Eine Frau, 30 Jahre alt, war in regelmäßigen Abständen bei ihrem Gynäkologen. Bislang war der Pap-Abstrich immer in Ordnung. Plötzlich erhält sie aber diesen Anruf – der üblicherweise etwa 2 Wochen nach dem Besuch kommt – und die Nachricht, dass ihr Pap-Abstrich diesmal nicht in Ordnung ist: PapIII (unklarer Pap-Befund). In diesem Fall wird der Gynäkologe normalerweise einen HPV Test anordnen. Weitere zwei Wochen vergehen und das Ergebnis liegt vor: HPV16 positiv. So, nun gilt das Wichtigste: nur ja nicht in Panik zu geraten, denn das heißt zunächst nicht viel, außer, dass man ein erhöhtes Risiko einer Krebsvorstufe hat. Nachdem die Kolposkopie (eine weitere Untersuchung, die im Rahmen der Vorsorge durchgeführt wird) beim 1. Besuch in Ordnung war, wird der Arzt raten, eine weitere Untersuchung in 6 Monaten durchzuführen.

Und nun haben wir unser Zeitfenster, in dem wir mit der Aromatherapie tätig werden können, denn außer Warten passiert in dieser Zeit nicht viel.

Folgendes könntest du in dieser Zeit jedoch schon machen, wobei du das vorab immer mit Deinem behandelnden Gynäkologen und Aromatherapeuten absprechensolltest:

  1. eine innerliche Kur mit Schwarzkümmelöl für mindestens 2-3 Monate. Diese Kur stärkt das Immunsystem und hilft ihm die Viren zu bekämpfen.
  2. Ein Körperöl mit folgenden ätherischen Ölen in einer 1%igen Verdünnung herstellen: Sandelholz, römische Kamille, Manuka, Weihrauch, Bergamotte, Lavendel, Rose – auch diese sollen den Körper stärken im Kampf gegen die Viren und wenn ich mir die Öle so anschauen, helfen sie auch psychisch wunderbar, in dieser Wartezeit nicht zu verzweifeln!
  3. Zäpfchen mit folgenden ätherischen Ölen in einer 1,5%igen Verdünnung herstellen / herstellen zu lassen (oft bieten Apotheken dies an): Niaouli, Ravintsara, Teebaum (bei Teebaum nur ein frisches Fläschchen verwenden!!). Gerne kannst du auch Öle aus dem Körperöl noch beifügen! Diese dann täglich vor dem Schlafengehen in die Scheide einführen über einen längeren Zeitraum (3 Monate). Vorab solltest du diese Öle aber in der Armbeuge verdünnt auftragen und beobachten, ob es gut vertragen wird. Sollte die Zäpfchen unangenehm sein, ein brennendes Gefühl entstehen, bitte aufhören oder reduzieren!

Trotz all dieser Maßnahmen solltest du jedoch unbedingt zur nächsten Untersuchung beim Gynäkologen gehen! Und sei es nur, um sich ein „Es ist wieder alles in Ordnung“ abzuholen…

Übrigens: die lästigen Feigwarzen (Condylomata) werden ebenfalls durch HP-Virenverursacht. Allerdings sind es in diesem Fall andere Typen, welche auch kein krebsauslösendendes Potential aufweisen. Die Behandlung könnte aber mit den gleichen Ölen erfolgen!

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in dieses Thema bringen, das leider so viele Frauen betrifft. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr mich jederzeit und gerne kontaktieren!

 

Quellennachweis:

  1. Statistik Austria 2012
  2. Schiffman et al., Lancet 370 (2007): 890–907
  3. Astani A, Reichling J, Schnitzler P, Phytother Res 24 (2010): 673-679
  4. Cornwell PA und Barry BW, J Pharm Pharmacol 46 (1994): 261-269
  5. Butt MS, Sultan MT, Crit Rev Food Sci Nutr 50 (2010): 654-665